Friday, 15/12/2017 | 7:41 UTC+0
Eltern in Leipzig.

„Wir danken für Ihr Versprechen“ – Infos zu Notunterkunft in 3. Schule

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Das Foyer der 3. Schule in der Scharnhorststraße ist brechend voll. Mehr als die Hälfte der Besucher müssen stehen oder auf dem Fußboden sitzen. „Aber die sind doch alle viel zu jung, um Kinder hier an der Schule zu haben“, wundert sich die Sitznachbarin. Schul- und Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) und Sozialamtsleiterin Martina Kador-Probst luden zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten Asylbewerber-Notunterkunft im ehemaligen Gebäude der 3. Schule ein. Und Informationen gab es reichlich.

„Schon vor Eröffnung der neuen Schule war klar, dass das alte Gebäude saniert und ebenfalls als Schule genutzt werden soll“, sagt Fabian in seiner Einführung. „Die Sanierung soll im Oktober 2016 beginnen.“ Insgesamt werden 4,5 Millionen investiert, zum Schuljahr 2018/19 soll an diesem Standort wieder eine Grundschule eröffnet werden. Bedeutet, etwa ein Jahr stünde die Schule leer. „Wir haben als Kommune die Aufgabe, dass Flüchtlingen, die zu uns kommen, Wohnbedingungen vorfinden“, so Fabian weiter. Das eigentliche Konzept sei dezentrales Wohnen, zunächst sei jedoch vom Freistaat Sachsen vorgesehen, die Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. „Das ist auch gar nicht so schlecht. Schließlich kann da die Integration zunächst strukturiert vonstatten gehen“, ergänzt Kador-Probst. Zwar sei es Ziel der Stadtverwaltung, den Asylbewerbern zu helfen, sich selbst Wohnraum zu suchen, dazu müssten sie jedoch erstmal in der Lage sein, so Fabian.

Bis zu 200 Flüchtlingen soll die Unterkunft in der ehemaligen 3. Schule aufnehmen, dazu werde es einige bauliche Maßnahmen geben, wie Fabian erklärt. „Es wird auch geschaut, wer zu wem passt, um das Konfliktpotenzial so gering wie möglich zu halten“, sagt Kador-Probst. Der Betreiber wird European Homecare, der auch bereits die Notunterkunft in Schönefeld über den Jahreswechsel 2013/14 betreut hat. „In den Klassenräumen werden bis zu sechs Personen untergebracht, idealerweise natürlich Familien“, erklärt Kader-Probst. Es werde immer wieder Arbeitsgespräche auch mit der in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen neuen 3. Schule geben. „Wir hatten den Testlauf ja in Schönefeld und das hat super funktioniert“, erzählt Roman Schulz, Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur Leipzig. „Wir werden die Schule bei Projekten und Konzepten, wie die Thematik in den Unterricht eingebaut werden kann, gern unterstützen. Aber wir geben nichts vor.“ In Schönefeld hatte es beispielsweise Besuche der benachbarten Astrid-Lindgren-Schüler in der Unterkunft gegeben, es wurde eine Weihnachtsfeier in der Notunterkunft organisiert. „Der Schule steht offen, wie sie die neuen Möglichkeiten nutzt“, meint auch Fabian.

Die Elternratsvorsitzende der 3. Schule, Manuela Hübner, verliest ein Statement des Elternrates. Neben viel Verständnis kommt darin auch Sorge zum Ausdruck. Die Grundschulkapazitäten in der Südvorstadt reichen bei weitem nicht aus, weshalb dieses Gebäude dringend ab 2018 gebraucht werde. „Herr Fabian, wir bedanken uns für das Versprechen, dass Sie uns dahingehend gegeben haben.“

Hilfeangebote kommen von vielen Seiten, die Kirchgemeinde will als Begegnungsstätte fungieren, spontan kommen erste Gedanken zu einem Willkommenscafé. Auch Malerarbeiten in der Unterkunft werden angeboten.

Für die Koordinierung dieser Angebote seien die Sozialarbeiter vor Ort die Ansprechpartner, erklärt Kador-Probst. „Das sind Profis und denen sollten wir vertrauen.“ Auch bei Problemen seien sie die richtigen Gesprächspartner. Um das Gelände werde es einen Zaun geben und Security bewacht das Objekt rund um die Uhr. Das brachte einige Gäste der Veranstaltung auf, die das für unnötig hielten. Allerdings, so Fabian, könnten sich die Flüchtlinge selbstverständlich frei in der Stadt bewegen und auch Besuche empfangen. Nur, es sei eben kein öffentliches Gebäude, in das nach Belieben ein- und ausgegangen werden könne, sondern ein Wohnhaus. (LP)

Am morgigen Donnerstag findet die zweite Info-Veranstaltung statt. Sie dreht sich um die geplante Notunterkunft in der ehemaligen Pablo-Neruda-Schule. Los geht’s 19 Uhr im Reclam-Gymnasium, Tarostraße 4.

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